Ein eine weitere wichtige Erkenntnis, die mein Leben nachhaltig beeinflusst hat, ist das Wissen um
meine Seele.


„Ich bin nicht der Körper mit einer Seele, sondern eine Seele mit einem Körper.“


Mein ganzes Leben war ich der festen Überzeugung, dass mein Körper und mein Bewusstsein, mein
„Ich“, unzertrennbar sind. Stirbt mein Körper, stirbt auch mein Geist und mit meinem Geist
verschwindet mein Bewusstsein und damit auch ich.
Doch so einfach ist es dann doch nicht….


Die Seele ist Energie. Alle unsere Gedanken, unsere Wünsche, unsere Empfindungen sind
elektrische Impulse, die durch unseren Körper und vor allem durch unser Gehirn jagen. Doch es
funktioniert nicht wie eine Glühbirne, die leuchtet, wenn man den Strom anstellt. Diese Energie ist
im Körper ständig vorhanden und bestimmt all unsere Handlungen. Sie steuert uns, speichert unsere
Erfahrungen, lässt uns Angst spüren, Liebe oder Erregung.
Unser Charakter ist das Ergebnis der Summe dieser Energie. Diese Energie ist es, die uns zu dem
macht, was wir sind.


Diese Energie ist unsere Seele. Und wie jede Form von Energie ist sie physikalischen Gesetzen
unterworfen.
Das wahrscheinlich wichtigste physikalische Gesetz in diesem Zusammenhang ist das
Energieerhaltungsgesetz.
Es besagt, dass Energie grundsätzlich nicht zerstört, nie erschaffen und lediglich umgewandelt
werden kann. Sie kann ebenfalls aus Systemen heraus, aber auch hinein transportiert werden.
Wenn ich also davon ausgehe, dass meine Seele reine Energie ist, dann ist die logische
Schlussfolgerung, dass sie unzerstörbar ist.


Auch ein weiterer Punkt überzeugt mich davon, dass man Körper und Seele getrennt voneinander
betrachten muss:
Wenn die Seele ein fester Bestandteil des Körpers wäre, müsste sie sich auch mit ihm verändern.
Wenn ich mir also einen Arm abschneide, müsste auch ein Teil meiner Seele verloren gehen.
Wenn man nun noch bedenkt, dass keine Zelle im menschlichen Körper älter als 7 Jahre ist und der
Körper ständig Zellen abstößt und erneuert, dann müsste auch die Seele diesen Wandel
durchmachen. In der Schlussfolgerung müsste man mit 37 Jahren eine vollkommen andere Person
sein, als z.B. mit 30.


Natürlich verändert man sich und man entwickelt sich (mit etwas Glück) auch weiter, aber man
wird nicht wirklich zu einer anderen Person.
Das bedeutet also, dass die Seele im Grunde mit dem Körper nicht das Geringste zu tun hat. Sie
nutzt den Körper als Gefäß und sorgt im Gegenzug dafür, dass man sich als Person um sein Gefäß
kümmert.


Durch all diese Überlegungen habe ich erkannt, dass ich und mein Körper zwar in Symbiose
existieren, aber die Seele, und damit mein eigentliches „Ich“, mein Bewusstsein, mein Charakter,
meine Lebenserfahrungen, meine Gedanken und meine Gefühle nicht Teil meines Körpers sind und
ich somit auch nicht mein Körper bin.
Also verschwindet diese Energie natürlich auch nicht einfach nachdem der Körper gestorben ist. Sie
sucht sich ein neues „System“, in dem sie weiter existieren kann.


(Bhagavad Gita, Verse 2. 20 bis 25):
„Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist nicht
entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig,

immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet,
wenn der Körper getötet wird… Wie ein Mensch alte Kleider ablegt
und neue anzieht, so gibt die Seele alt und unbrauchbar gewordene
Körper auf und nimmt neue materielle Körper an. Die individuelle
Seele selbst jedoch kann weder von Waffen zerschnitten noch von
Feuer verbrannt, noch von Wasser benetzt, noch vom Wind verdorrt
werden; sie ist unzerbrechlich und unauflöslich. Sie ist
immerwährend, überall gegenwärtig, unwandelbar, unbeweglich und
ewig dieselbe. Wer dies weiß, sollte nicht um den Körper trauern.“

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